Wir heiraten auf Kreta!

Warum
Kreta?

2020, also während der Pandemie, wollten wir – wie so viele – einfach raus. In den Süden, Sonne tanken, im Meer schwimmen. Ein Tapetenwechsel musste her. Griechenland hatte zu dieser Zeit strenge Regeln, das war für uns ausschlaggebend, einen Urlaub auf Kreta zu machen, das wir vorher nur aus Erzählungen kannten. Von Arbeitskollegen, die dort zeitweise leben – und von Béla und Lelia, die zu diesem Zeitpunkt bereits drei Mal auf Kreta waren.

Dass unsere lieben Freunde Daniela, Oliver und Vincent ebenfalls zur gleichen Zeit ihren Urlaub auf Kreta verbrachten, erleichterte unsere Entscheidung noch einmal mehr.

Wir entschieden uns für den Süden, für Pitsidia, für ein altes Steinhaus, das von Aphrodite liebevoll renoviert und vermietet wurde.

Das erste Mal blieben wir drei Wochen, in unterschiedlichen Quartieren, zwischen dem Norden und dem Süden der Insel pendelnd. Nach dem Heimkommen war klar, wir wollten wieder kommen.

Im Jahr darauf verbrachten wir zwei Wochen gemeinsam mit den Kindern, Dani, Oliver und Vincent auf der Insel. Viele Ausflüge und Erlebnisse sorgten für wunderbare bleibende Erinnerungen.

Insgesamt sechs Mal kehrten wir bisher nach Kreta zurück, wir wohnten in verschiedenen Orten, aber immer in einem engen Radius um Matala und den Komos Beach.

Wir lernten die Insel immer besser kennen, wir trafen Menschen, die sich ebenfalls mit dem „Kreta-Virus“ infiziert hatten, die teilweise schon jahrzehntelang auf die Insel kamen oder dort leben.

Was uns aber noch immer, bei jedem einzelnen Aufenthalt auf Kreta fesselt, ist die unglaubliche Gastfreundschaft der Kreter. Ihre liebevolle, aufmerksame Art und Weise dem anderen zu begegnen. Ihre Lebensfreude, ihre Lust am Feiern und am Genießen. Mehrmals wurden wir von unseren Gastgebern zu Festen und Abendessen eingeladen. Die Sprachbarriere war dabei nie Thema und schon gar kein Hindernis.

Siga, Siga

Kreta ist eine wilde Insel, im wahrsten Sinne des Wortes. Schroffe Klippen und Felsen, Ziegen- und Schafherden, die vor allem auf den Straßen entlang der Bergdörfer plötzlich auf der Fahrbahn auftauchenund einen zum Innehalten zwingen. Wer zum Beispiel während der Autofahrt das Fenster öffnet, kann all die Düfte und Aromen inhalieren, die einen wunderbaren Mix ergeben. Der wilde Fenchel am Wegesrand, der wilde Thymian, die vielen, vielen Kräuter, auf die die Kreter zurecht so stolz sind und mit denen jedes Gericht üppig gewürzt wird.

Dem Leben seinen Lauf lassen, nichts erzwingen, mit dem zufrieden sein, was man hat und die Einfachheit schätzend, so haben wir Kreta und seine Menschen bis jetzt erlebt.

σιγa σιγa – Siga, Siga“das ist nicht nur ein beliebtes Sprichwort, das wörtlich übersetzt „langsam, langsam“ bedeutet, sondern ein allgemeingültiges Motto.  Es ist ein Lebensprinzip: Die Menschen sind gelassener, die Gespräche herzlicher, das Leben langsamer – und dennoch intensiver.

Das heißt nicht, dass alles perfekt ist, die Menschen leben mit großen Herausforderungen, die den Alltag erschweren. Sie bewahren sich jedoch eine Haltung, die sagt: „Wir nehmen das Leben, wie es kommt – Schritt für Schritt.“

„Happy Place“ Kreta

Nicht zuletzt ist Kreta deshalb unsere „Happy Place“, wie ihr wisst, hat uns das Leben im vergangenen Jahr vor eine besondere Herausforderung gestellt.

Inmitten Kerstins fünfmonatigen Krankenstandes durfte sie offiziell einen „Ortswechsel zum Zwecke des Heilungsprozesses“ machen. Dieser Umstand und diese besondere Zeit haben uns noch einmal stärker auf dieser Insel verwurzelt. Und natürlich „Happy“, die quasi aus dem Nichts in unser Leben gewedelt kam und unsere Familie seither komplettiert.

Rosarote Brille?

Tragen wir eine rosarote Brille? Sehen wir die Insel und die Menschen verklärt? Verschließen wir unsere Augen vor dem Müll, den abgewrackten Häusern und der streckenweise alles andere als schöne Landschaft?

Wir Mitteleuropäer haben oft andere Ansprüche an das Leben, wir legen Wert auf Leistung und versuchen, möglichst alles „perfekt“ zu machen. Wir jagen oft einem Ideal hinterher, das wir nie erreichenkönnen – und das wiederum macht uns unzufrieden.

Die Nachlässigkeit, mit der die Kreter teilweise ihr Eigentum behandeln und ihr Leben leben, sollte uns aber nicht vorschnell urteilen lassen. Im Gegenteil, wir wünschen uns, dass auch ihr wenigstens ein bisschen dieser Lebensfreude während eures Aufenthaltes in euch aufnehmen könnt!

In diesem Sinne: Lasst uns gemeinsam das Leben, die Liebe und die Freundschaft feiern!!!